Der Haarzyklus

Ein Mensch verliert pro Tag durchschnittlich zwischen 70 und 100 Haaren, was zunächst beunruhigender klingt, als es tatsächlich ist. Dieser Prozess hängt mit dem Lebenszyklus unserer Kopfhaare zusammen, welcher in drei unterschiedliche Phasen unterteilt werden kann: der Wachstums-, der Übergangs- und der Ruhephase. Jedes einzelne Haar durchläuft einen individuellen Wachstumszyklus, der von dem der übrigen Haare unabhängig verläuft. Aus diesem Grund wachsen Haare nicht kontinuierlich und zur gleichen Zeit, vielmehr wechseln sich in jedem einzelnen Haarfollikel Phasen von Wachstum, Ruhe und Rückbildung ab. Dieser asynchrone Haarzyklus gewährleistet, dass ein Mensch immer genug Haare auf dem Kopf trägt, insofern er nicht von Haarausfall betroffen ist.

Wachstumsphase (Anagen)

Die Wachstumsphase eines Haares umfasst durchschnittlich zwischen zwei bis sechs Jahren und ist damit die zeitlich längste Phase im gesamten Haarzyklus. Ein Großteil aller Kopfhaare befindet sich in dieser Phase, in welcher die Haarzellen eine besonders hohe Aktivität aufweisen und pro Monat etwa einen Zentimeter wachsen. Während der Anagenphase ist das Haar sehr empfindlich, wodurch es leicht durch Störungen geschädigt werden kann. Eine Verkürzung der Wachstumsphase ist dann die Folge.

Übergangsphase (Katagen)

Auf die Wachstumsphase folgt die sogenannte Katagenphase, die nur einen Zeitraum von wenigen Wochen umfasst und in der sich ca. ein Prozent unserer Kopfhaare zeitgleich befinden. In dieser Phase stoppt das Haarwachstum und die Haarwurzel bildet sich zurück.

Ruhephase (Telogen)

Kurz vor seinem Ausfallen tritt ein Haar in die Telogen-Phase ein. Diese umfasst durchschnittlich einen Zeitraum von 3 bis 4 Monaten. Anschließend macht das ausgefallene Haar einem neu nachwachsenden Haar Platz, was nach ein paar Wochen erstmals sichtbar wird.